Poetry Slam Dichter Lars Ruppel gestaltet kreativen Workshop an der Modellschule Obersberg
Frei nach dem Motto „Wir sind nicht Goethe, Kafka, E.T.A. Hoffmann oder Kleist, aber ihnen (D)ichter!“ begaben sich die Schüler/-innen der E1, Q1 und Q3 der Modellschule Obersberg am Freitag, den 16.01.2026 auf den Weg der Literatur, Poesie & Kreativität. Denn sie analysierten nicht, sondern wurden in dem Poetry Slam Workshop mit Lars Ruppel selbst zu Dichtern. Dieser Perspektivwechsel sorgte zwar am Anfang für Stauen und leichte Zurückhaltung, aber da es Lars Ruppel gelang, während des Workshops durch seine unterhaltsamen Vorträge und mitreißenden Impulse die Jugendlichen in seinen Bann zu ziehen und ihnen die Freude an Wortspielen und Lyrik zu übermitteln, waren sie am Ende ganz frei und locker mit ihm und anderen im poetischen Austausch. Anfangs ging es bei Poetry Slam Dichter Lars Ruppel um das Spiel mit Worten, sodass man Synonyme für einfache Begriffe finden musste und dann sehr kreative Neologismen. Dies schulte die Oberstufenschüler vor allem auch in ihrem Wortschatz und der genaueren Wahrnehmung von Dichtung und Literatur im Allgemeinen und dies auf unterhaltsame Art und Weise. Danach ging es darum, mit möglichst eindrucksvollen Worten einen Liebes- bzw. Hassbrief an einen Gegenstand zu schreiben, sodass man durch Stilmittel Emotionen ausdrückte. Die so entstandenen, literarischen Werke wurden dann wie bei einem richtigen Poetry Slam vorne am Mikrofon allen vorgetragen. Angespornt von dem steigenden Enthusiasmus ihrer Schüler-/innen ließen es sich auch die Deutschkollegen nicht nehmen, sich aktiv zu beteiligten, sodass auch ein Austausch von Schülern und Lehrer auf kreativer Ebene stattfinden konnte. Und Zwischendurch rezitierte Lars Ruppel als Belohnung für kreative Ideen immer einmal wieder Gedichte seines Lieblingsautors Heinz Erhardt, was nicht nur zur Erheiterung der Schüler/-innen, sondern auch der Lehrkräfte beitrug. Gelobt wurde seitens der Schüler/-innen der kreative und gleichzeitig niedrigschwellige Zugang zur Poesie, der sich aus Fantasie und Sprachreflexion erweiternde Wortschatz, und nicht zuletzt das motivierende Gefühl, dass lyrische Fähigkeiten nicht vom Beherrschen trockener Analyseschemata abhängen. Und so verstärkte sich Ruppels Botschaft, dass in uns allen ein bisschen Poesie steckt, wenn wir uns frei von gedanklichen Blockaden machen und gleichzeitig bewusst darüber, dass alle Texte unsere sehr individuelle Handschrift tragen und damit ihre ganz eigene Ästhetik haben. Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich beim Schlosstheater Fulda, welches dieses großartige Erlebnis sponsorte und somit überhaupt erst ermöglichte.
