Bad Hersfeld. Wenn in der Aula der Modellschule Obersberg absolute Stille herrscht, geht es um mehr als den Unterrichtsstoff für das Abitur. Mit der Präventionsinitiative „Crashkurs Hessen“ veranstaltete das Polizeipräsidium Osthessen am Dienstag, 15.09.2026 einen emotionalen und eindringlichen Appell an die angehenden und jungen Fahranfängerinnen und Fahranfänger der Jahrgangsstufe 12 der Fachoberschule sowie angehenden Einzel- und Großhandelskaufleuten und Industriekaufleuten.
Das Ziel der Kampagne ist klar definiert: Die Zahl der schweren und tödlichen Verkehrsunfälle in der besonders gefährdeten Risikogruppe der 18- bis 24-Jährigen drastisch zu senken.
Ungefilterte Berichte aus dem Einsatzalltag
Im Zentrum der Veranstaltung standen keine statistischen Tabellen oder erhobenen Zeigefinger, sondern persönliche Berichte von Einsatzkräften, die täglich mit den Konsequenzen von Leichtsinn im Straßenverkehr konfrontiert sind. Polizisten, Notfallsanitäter, Seelsorger, Leitstellenmitarbeiter und Feuerwehrleute schilderten den Schülerinnen und Schülern unverblümt ihre Erlebnisse an realen Unfallorten in der Region Osthessen.
Die Mitwirkenden nahmen das Publikum mit an die Unfallstellen – zu den Momenten, in denen Ablenkung durch das Smartphone, überhöhte Geschwindigkeit oder der Einfluss von Alkohol und Drogen das Leben junger Menschen schlagartig beendeten oder für immer veränderten.
„Wir wollen den Jugendlichen nicht die Freude am Fahren nehmen, sondern ihnen die Verantwortung bewusst machen, die sie ab dem Moment tragen, in dem sie den Zündschlüssel umdrehen“, betonte Herr Schmorenz vom Präventionsteam des Polizeipräsidiums Osthessen.
Nachhaltige Wirkung durch Emotion
Der „Crashkurs Hessen“ setzt bewusst auf eine emotionale Ansprache. Die geschilderten Schicksale und das gezeigte Bildmaterial verdeutlichten den Schülerinnen und Schülern der Modellschule Obersberg, dass Unfälle keine Schicksalsschläge sind, sondern in fast allen Fällen auf Fehlverhalten zurückzuführen sind – Fehlverhalten, das vermeidbar gewesen wäre.
Im Nachgang an die Präsentation erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, das Gehörte in Kleingruppen mit den Mitgliedern der Rettungskette aufzuarbeiten.
