Baukultur zum Anfassen

Baukultur zum Anfassen

Bad Hersfeld – Wer kennt es nicht? An einem warmen Sommertag in einem gemütlichen Café sitzen, die Sonne genießen und für einen Moment zur Ruhe kommen. Oft nehmen wir dabei kaum bewusst wahr, dass wir uns in einem sorgfältig gestalteten öffentlichen Raum befinden. Ob als Ruheoase, Arbeitsplatz oder Treffpunkt mit Freunden – solche Orte entstehen nicht zufällig. Architekten, Statiker, Bauarbeiter und Raumausstatter investieren viel Arbeit und Liebe zum Detail, um Räume zu schaffen, in denen Menschen sich wohlfühlen und gerne Zeit verbringen.

Genau dieses Bewusstsein für die gebaute Umwelt möchte die Bundesstiftung Baukultur mit ihrem Schulbuch „Baukultur“ vermitteln. In übersichtlichen und praxisnahen Kapiteln erfahren Schülerinnen und Schüler, dass Orte nicht einfach gegeben sind, sondern von Menschen geplant und gestaltet werden. Dabei geht es nicht nur um Ästhetik, sondern auch um die Frage, wie Gebäude und öffentliche Räume unser Zusammenleben beeinflussen.

Der Architekten- und Ingenieurverein Bad Hersfeld hat nun 66 Exemplare des Schulbuchs an die Modellschule Obersberg gespendet. Die Bücher sollen künftig fächerübergreifend im Unterricht eingesetzt werden und junge Menschen für das Zusammenspiel von gebauter Umwelt und gesellschaftlichem Leben sensibilisieren.

„Eine Schule ist hierfür der perfekte Mikrokosmos“, sagt Fachbereichsleiter Sebastian Kiehl, der die Bücher gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Kunst dankend entgegennahm. „Man sieht schnell, dass beispielsweise in skandinavischen Ländern viel dafür getan wird, dass Schülerinnen und Schüler sich in ihrer Schule wohlfühlen. Dort gibt es etwa Rückzugsorte oder Räume, die kreatives Arbeiten ermöglichen. Das hat wiederum Auswirkungen auf den Lernerfolg. Da können wir noch viel lernen.“

Auch Freya Dorbritz (Dorbritz Architekten) und Bernhard Kappert-Maas möchten das Thema Baukultur künftig stärker in den Schulalltag einbringen. Sie boten den Lehrkräften an, die Expertise von Architekten, Statikern, Ingenieuren und weiteren Fachleuten des Architekten- und Ingenieurvereins Bad Hersfeld praktisch in den Unterricht einzubinden.

„Es ist uns wichtig, dass junge Menschen ein Gefühl dafür bekommen, wie sehr wir unsere Umwelt selbst gestalten können – und welche Verantwortung damit auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit verbunden ist“, erklärt Architektin Freya Dorbritz.

Mit der Buchspende soll so nicht nur Wissen vermittelt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen auch dafür sensibilisiert werden, ihre eigene Umgebung bewusster wahrzunehmen und darüber nachzudenken, wie sie die Räume von morgen mitgestalten können. Freya Dorbritz gab hierfür direkt den Startschuss durch einen entsprechenden Input in einem Kunstkurs der Schule zum Thema Architektur.

Quelle: Hersfelder Zeitung S. 8 vom 21.09.2026
Bild: MSO/NH

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