Vom 10. bis 11. Juni 2026 unternahm die angehende Bankkaufleute (11 Bank) der Modellschule Obersberg eine zweitägige Exkursion in die europäische Finanzmetropole Frankfurt am Main. Ziel der Fahrt war es, die im theoretischen Unterricht erworbenen Kenntnisse über den Kapitalmarkt, das Zentralbankwesen sowie die Digitalisierung der Finanzwirtschaft durch praxisnahe Einblicke und Expertenvorträge vor Ort zu vertiefen.
Nach der Anreise mit der Bahn bezog die Klasse ihr Quartier in der Jugendherberge Frankfurt. Die Unterkunft bestach durch ihre hervorragende und zentrale Lage direkt am Sachsenhäuser Ufer, unmittelbar am Eisernen Steg. Von den Zimmern und dem Gelände aus bot sich den Schülerinnen und Schülern ein beeindruckender, direkter Blick auf die Frankfurter Skyline und das Bankenviertel. Trotz des wechselhaften Wetters, das sich an beiden Tagen leider nicht von seiner besten Seite zeigte und zeitweise recht unbeständig war, tat dies der Motivation und der guten Stimmung innerhalb der Gruppe keinen Abbruch.
Das Programm startete am Vormittag mit dem Besuch der Frankfurter Wertpapierbörse. Im Rahmen eines exklusiven Fachvortrags wurden der Klasse fundierte Grundlagen des Börsenwissens vermittelt. Neben der historischen Entwicklung vom Parketthandel hin zum vollautomatisierten Xetra-System erhielten die Schüler wertvolle Einblicke in die Mechanismen der Preisfindung, den Ablauf von Börsengängen (IPOs) sowie die gesamtwirtschaftliche Funktion von Kapitalmärkten. Im Anschluss konnte das geschäftige Treiben auf dem berühmten Parkett von der Besuchergalerie aus live beobachtet werden.
Am Nachmittag stand der Besuch der DZ-Bank, dem Spitzeninstitut der Genossenschaftlichen FinanzGruppe, auf der Agenda. Hier wartete ein hochaktueller Vortrag zum Thema „Digitale Disruption im Bankensektor“ auf die angehenden Bankkaufleute. Der Referent beleuchtete eindrucksvoll die tiefgreifenden Veränderungen durch FinTechs, künstliche Intelligenz und Blockchain-Technologien sowie die strategischen Antworten etablierter Großbanken auf diese Herausforderungen.
Ein besonderer Höhepunkt des ersten Tages war der anschließende Aufstieg in den 50. Stock des DZ-Bank Towers. Aus dieser exklusiven Perspektive bot sich der Klasse trotz der wolkenverhangenen Wetterlage ein faszinierender und atemberaubender Ausblick über die gesamte Stadt, den Main und das Bankenviertel – ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.
Der ereignisreiche erste Tag fand seinen gemütlichen Ausklang am Abend in der traditionsreichen Apfelweinkneipe „Dax“ in Sachsenhausen. Bei regionalen Spezialitäten und regem Austausch konnten die Eindrücke des Tages in entspannter Atmosphäre reflektiert und das Gemeinschaftsgefühl der Klasse gestärkt werden.
Der zweite Tag war ganz dem Zentralbankwesen gewidmet. Am Morgen besuchte die Klasse die Deutsche Bundesbank. Ein anspruchsvoller Fachvortrag zur Geldpolitik des Eurosystems verdeutlichte die komplexen Aufgaben der Notenbanken, die Strategien zur Inflationsbekämpfung und die Bedeutung von Preisstabilität für die europäische Wirtschaft. Die Schüler nutzten die Gelegenheit, um tiefergehende Fragen zu aktuellen Zinsentscheidungen und geldpolitischen Instrumenten zu stellen.
Direkt im Anschluss folgte der Besuch des angeschlossenen Geldmuseums der Deutschen Bundesbank. Die interaktive Ausstellung bot eine hervorragende Ergänzung zum vorherigen Vortrag. Anhand historischer Exponate, multimedialer Stationen und anschaulicher Simulationen konnten die Schüler die Geschichte des Geldes von der Antike bis zum digitalen Euro sowie die Funktionsweise von Geld- und Kapitalkreisläufen eigenständig erkunden.
Nach einer kurzen Mittagspause zur freien Verfügung im Frankfurter Stadtzentrum wurde am frühen Nachmittag die Heimreise angetreten. Mit dem Zug ging es wohlbehalten und voller neuer Eindrücke zurück nach Bad Hersfeld.
